Archive for February, 2009

Achim Reichel – Ich Hab So Lang Auf Dich Gewartet

February 28th, 2009

Ich hab so lang auf dich gewartet, hab so oft gehofft die Tür geht auf und du kommst rein
Ich hab so lang auf dich gewartet, warum bist du nicht gekommen, ich war so allein
Letzter Gast in der Bar, die früher mal unser Treffpunkt war,
Abgebrannt vor deiner Tür, du wohnst hier nicht mehr,
Komm schon, komm schon, komm schon, komm schon zurück ich wird sonst noch verrückt,
Geh schon, geh schon, geh schon, geh schon ans Telefon, es klingelt schon

Ich hab so lang auf dich gewartet, der Brandy ist leer, die Kerzen herunter gebrannt
Ich hab so lang auf dich gewartet, bin nur schlaflos im Zimmer auf und ab gerannt
Letzter Gast in der Bar, die früher mal unser Treffpunkt war,
Abgebrannt vor deiner Tür, du wohnst hier nicht mehr,
Komm schon, komm schon, komm schon, komm schon zurück ich wird sonst noch verrückt,
Geh schon, geh schon, geh schon, geh schon ans Telefon, es klingelt schon

Ich hab so lang auf dich gewartet, allein in diesem Zimmer mit meiner Sehnsucht
Ich hab so lang auf dich gewartet, wo hast du dich versteckt, hab so lang nach dir gesucht
Letzter Gast in der Bar, die früher mal unser Treffpunkt war,
Abgebrannt vor deiner Tür, du wohnst hier nicht mehr,
Komm schon, komm schon, komm schon, komm schon zurück ich wird sonst noch verrückt,
Geh schon, geh schon, geh schon, geh schon ans Telefon, es klingelt schon
Komm schon, komm schon, komm schon, komm schon zurück ich wird sonst noch verrückt,
Geh schon, geh schon, geh schon, geh schon ans Telefon, du weißt doch wo ich wohn’

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Achim Reichel – Ich Hab Von Dir Geträumt

February 28th, 2009

Ich hab von Dir geträumt
Du hieltest meine Hand
Und als ich aufgewacht
War meine Hand verbrannt
Das Feuer verzehrt meine Zeit
Es brennt bei Tag und bei Nacht
Es nimmt was ich je gewollt
Und auch was ich gemacht
Das Feuer frißt mein Herz
Es frißt mich mit Haut und Haar
Es nimmt was ich mir wünschte
Und auch was ich war
Doch ohne dieses Feuer
Wär ich schon müd und alt
Wärn meine Tage öd und grau
Und meine Nächte wären kalt

Doch das Feuer hält mich auch wach
Gegen Kälte, Eis und Tod
Es funkelt im Kreuz des Südens
Und lodert im Morgenrot
Ich hab von Dir geträumt
Du hieltest meine Hand
Und als ich aufgewacht
War meine Hand verbrannt

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Achim Reichel – Im Ghetto

February 28th, 2009

Als der Schnee fiel an ‘nem grauen

Kalten Großstadtmorgen

Wird ein armes

Kleines Kind geboren – im Ghetto.

Und seine Mama weint

Denn sie schindet sich ab

Ein Leben lang

Für die Kinder

Die sie doch nicht sattkriegen kann – im Ghetto.

Oh Mann

Weißt du wie das quält

Wenn ein Leben nichts mehr zählt?

Irgendwann

Da drehst du einfach durch.

Muß es wirklich erst soweit kommen

Daß sich keiner mehr auf die Straße traut?

Wer immer nur getreten wird

Tritt irgendwann zurück.

Und es dauert nicht lang

Da treiben Kälte und Hunger ein Kind

Durch den Großstadtdschungel gegen den Wind – im Ghetto.

Und sein Blick wird kalt

Und es lernt die Nacht und den Abgrund

Kennen

Und es lernt zu stehlen

Und es lernt zu rennen – im Ghetto.

Und eines nachts ist ihm alles egal

Und ein junger Kerl dreht durch.

In der Hand ‘ne Knarre

Greift er in die Kasse

Haut ab nach Haus’

Doch er kommt nicht an

Und seine Mama weint.

Und der Junge liegt da

Und die Straße wird rot

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Achim Reichel – Im Nächsten Leben

February 28th, 2009

Der Globus quietscht und eiert
Der Pole wackeln schon
Der Kreislauf ist gestört
Es ist Sommer im Winter
Und Frühling im Herbst

Wird Zeit für den Abflug
Richtung Venus, Saturn oder Mars
Nur nicht drängeln
Es ist Platz für alle da
Bitte anschnallen, wir sind startklar

Wir fahren solang am Himmel Achterbahn
Und in tausend Jahrn
Fängt der ganze Rummel von vorne an

Im nächsten Leben wird alles anders
Im nächsten Leben wird alles gut
Da sieht die Welt ganz anders aus
Da ham wir alle wieder alle Chancen

Du sitzt auf deinem Koffer

An der Abschussrampe acht
Das letzte Raumschiff hebt grad ab
Und du hast es verpasst

Die Erde ist evakuiert
Du bleibst allein zurück
Der Alptraum ist perfekt
Keiner da der dich weckt

Was hat uns diese Welt getan
Warum verderben wir sie nur
Die größte Gotteslästerung
Ist die Zerstörung der Natur

Damit wir uns nicht falsch verstehn
Ich bin hier nur der Tankwart
Wir bleiben alle auf unseren Koffern sitzen
Und warten auf die Höllenfahrt

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Achim Reichel – Im Schwarzen Walfisch Zu Askalon

February 28th, 2009

Im schwarzen Walfisch zu Askalon
Da trank ein Mann drei Tag;
Bis er steif wie ein Besenstiel
Am Marmortische lag.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon
Da sprach der Wirt:”Halt an!
Der trinkt von meinem Dattelsaft
Mehr als er zahlen kann.”

Im schwarzen Walfisch zu Askalon
Da bracht ein Kellner Schar,
In Keilschrift auf Ziegelstein
Dem Gast die Rechnung dar.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon
Da sprach der Gast:”Oh weh!
Mein bares Geld ging alles drauf
Im Lamm zu Ninive.”

Im schwarzen Walfisch zu Askalon
Da schlug die Uhr halb vier
Da warf der Hausknecht aus Nubierland
Den Fremden vor die Tür.

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Achim Reichel – Im Schwarzen Walfisch Zu Askalon (joseph Victor Scheffel)

February 28th, 2009

“Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
Da trank ein Mann drei Tag’,
Bis er steif wie ein Besenstiel
Am Marmortische lag.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
Da sprach der Wirt: Halt an!
Der trinkt von meinem Dattelsaft
Mehr als er zahlen kann.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
Da bracht’ der Kellner Schar
In Keilschrift auf sechs Ziegelstein’
Dem Gast die Rechnung dar.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
Da sprach der Gast: O weh!
Mein bares Geld ging alles drauf
Im Lamm zu Niniveh!

Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
Da schlug die Uhr halb vier,
Da warf der Hausknecht aus Nubierland
Den Fremden vor die Tür.”

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Achim Reichel – In Bali

February 28th, 2009

Steh alleine in ner Kneipe unten am Hafen, trink nen Bier
Das eher nach Spülwasser schmeckt, welch ein Tag, den hätt besser verschlafen
Plötzlich steht ein Kerl wie ein Schrank in der Tür mit nem Grinsen als ob der Mond aufgeht
Hey Kinder Eddie ist wieder hier
Und Eddie pflanzt sich auf den Platz neben mir erzählt aus seinem Leben, so mal eben
Zwei Jahre Bau für nix und wieder nix
Die Bonzen leben, wie die Maden im Speck und wir quälen uns einen ab hier im Dreck
Und irgendwann ist das Leben dann um, da kann ich mir was besseres vorstellen

In Bali am Palmenstrand nur du und ich im weißen Sand, na ist das nichts?
Jawohl wir könnten längst in Bali leben, statt dessen stehen wir auf dem Arbeitsamt schlange
Die da oben, die halten uns wohl für dumm, und dann ballt er seine Schaufelbaggerhände
Und kommt dabei ganz bedrohlich in fahrt. oh man mir wird allmählich echt bange
Und nach dem zehnten Korn erklärt mir Eddie: ich sag dir was, todsicherer Tipp
Das bringt das Kleingeld für den großen Trick und Eddie öffnet seine Jacke
Und zeigt mir ne Knarre und sagt wir gehen einfach in die nächst beste Bank

Einmal kräftig hinlangen und dann sind wir weg weißt du wo? Rate mal

In Bali am Palmenstrand nur du und ich im weißen Sand.

Und die Kneipe wird jetzt voller und Eddie wird lauter ich sag Junge beruhig dich
Was du brauchst ist ne Braut nicht mich oder sehe ich etwa so aus?
Red kein Blech sagt Eddie wir sind Partner du bist genau der richtige für mich mein Freund
Trink aus und dann holen wir uns was uns zusteht Eddie meint er muss noch kurz seinen Wasserspiegel senken
Und schwankt in Richtung Klo davon so schnell war ich noch nie aus ner Kneipe raus
Wenn er zurück kommt bestell Eddie nen Gruß und sag ihm in Bali gebe ich einen aus
In Bali gebe ich einen aus, bye bye….In Bali am Palmenstrand

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Achim Reichel – In Einer Fremden Stadt

February 28th, 2009

Der Dicke in der Imbisshalle wischt sich den Senf vom Mund
Sieht mich an und fragt, wie lang bist denn du schon hier
Ich sag genau einen Tag, er sagt genau einen Tag zu lange
Aber da bringt der Imbissmann mir schon ein Bier
Ich sehe drei Türken aus dem Bahnhof kommen
Mit ihren Koffern aus Staub und ihren Hoffnungen aus Pappe
Vielleicht sollte ihnen jemand sagen, macht euch lieber woanders hin,
Doch wir sehen durch sie hindurch und halten die Klappe,

Ich bin wieder in einer Fremden Stadt gelandet
Wieder an einem fremden Strand versandet
Dabei weiß ich doch, fremde Städte sind wie käufliche Frauen
Erst musst du zahlen, dann darfst du schauen,
Aber fremde Städte sind gut auch gut für dein Blut, für dein Blut
Entweder du gehst unter oder du kriegst wieder Mut

Ich zahle das Bier und geh die Straße lang nach Osten
Es wird schon dunkel und der Wind vergnügt sich mit dem Staub
Dann steh ich vor dem größten Haus in dieser Stadt
Hunde hinter hohen Mauern, Stacheldraht im Maul
Wer hier ein Zimmer hat braucht kein Geld für Miete,
Wer hier wohnt zahl das mit dem Leben ab
Und wer hier die Rechnung mit dem Leben abmacht,
Dem zahlt der Hausherr auch noch sein Grab,

Ich bin wieder in einer Fremden Stadt gelandet

Wieder an einem fremden Strand versandet
Dabei weiß ich doch, fremde Städte sind wie käufliche Frauen
Erst musst du zahlen, dann darfst du schauen,
Aber fremde Städte sind gut auch gut für dein Blut, für dein Blut
Entweder du gehst unter oder du kriegst wieder Mut

Ich gehe am Knast vorbei und richtig da ist die Lidobar
Einer liegt davor und reibt sich das Blut vom Gesicht
Der hat sicher auch gehört, mach dich lieber woanders hin
Ich sag, nur zu mein Freund überall ist dieses Neonlicht
überall steigen Türken aus mit ihren Koffern aus Staub
überall geht eine Straße von Osten nach Westen
überall sagt einer hey mach dich lieber woanders hin
Und überall kochen Frauen was aus den Resten

Ich bin wieder in einer Fremden Stadt gelandet
Wieder an einem fremden Strand versandet
Dabei weiß ich doch, fremde Städte sind wie käufliche Frauen
Erst musst du zahlen, dann darfst du schauen,
Aber fremde Städte sind auch gut für dein Blut, für dein Blut
Entweder du gehst unter oder du kriegst wieder Mut

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Achim Reichel – John Maynard (theodor Fontane)

February 28th, 2009

“»Wer ist John Maynard?«

»John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.«
* * *
Die »Schwalbe« fliegt über den Erisee,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee;
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: »Wie weit noch, Steuermann?«
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund:
»Noch dreißig Minuten … Halbe Stund.«

Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt’s aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
»Feuer!« war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.

Und die Passagiere, bunt gemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich´s dicht,
Und ein Jammern wird laut: »Wo sind wir? wo?«
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo. -

Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
»Noch da, John Maynard?«

»Ja,Herr. Ich bin.«
»Auf den Strand! In die Brandung!«
»Ich halte drauf hin.«
Und das Schiffsvolk jubelt: »Halt aus! Hallo!«
Und noch zehn Minuten bis Buffalo. -

»Noch da, John Maynard?« Und Antwort schallt’s
Mit ersterbender Stimme: »Ja, Herr, ich halt’s!«
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die »Schwalbe« mitten hinein.
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo!
* * *
Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!
* * *
Alle Glocken gehn; ihre Töne schwell’n
Himmelan aus Kirchen und Kapell’n,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug im Zuge, das tränenleer.

Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.« “

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Achim Reichel – Johnny Hat’s Gut

February 28th, 2009

Johnny hat’s gut,
Der ist immer gut drauf.
Wie macht er das bloß?
Der hat den Bogen raus.

Wie kann der Typ
So glücklich sein,
Wie hält er das bloß aus?

Er gehört nicht zu den Schönen,
Und auch nicht zu den Schlauen,
Und trotzdem hat er immer
Die allerschönsten Frauen.

Sie schenkten Johnny zum Geburtstag
Einen Lottoschein,
Da war’n 6 richige angekreuzt,
Was hat der Mann für’n Schwein.

Johnny besuchte Disneyland,
Da war er der Millionste Besucher,
Er gewann eine Märchenreise,
Davon hat er sich bis heute nicht erholt.

Johnny verscenkte all sein Geld,
Er gab’s ‘nem verrückten Erfinder.
Der erfand für ihn ein irres Patent, jetzt ist Johnny Unternehmer.

Na, ist denn das die Möglichkeit?
Das kann doch wohl nicht wahr sein.
Johnny scheffelt rund um die Uhr,
Dabei hat er ja noch nicht mal Abitur!

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